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Pressemitteilung vom 17.03.2026: Inklusive Beschulung

Menschenrecht statt Ausgrenzung – Selbsthilfegruppe warnt vor Rückschritten bei der Inklusion
Die Selbsthilfegruppe & Elterninitiative „Dabei.Sein.Wollen!“, in der sich Familien von Kindern mit Behinderungen organisieren, äußert große Sorge über die aktuelle Debatte über Inklusion in Schulen. In der aktuellen öffentlichen Äußerung des Landeselternrates werde das angebliche „Scheitern der Inklusion“ zunehmend als Argument genutzt, um Fortschritte bei der gemeinsamen Bildung von Kindern infrage zu stellen.
„Wir distanzieren uns in aller Form und mit aller Deutlichkeit von jeder Rhetorik, die unsere Kinder als Belastung, Störfaktor oder Hindernis für den Lernerfolg anderer darstellt“, sagt Lisa Leonhardt – aktiv in der Elterngruppe und Elternsprecherin der Robinsonschule Bernau. „Solche Aussagen greifen die Würde unserer Kinder an und gefährden den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“
Die Initiative kritisiert zudem Vorschläge, Kinder wieder stärker nach Förderbedarf zu sortieren und getrennt zu beschulen. Aus Sicht der Selbsthilfegruppe widerspricht ein solches Vorgehen grundlegenden rechtlichen Prinzipien. Unser Grundgesetz garantiere Gleichheit vor dem Gesetz und verbiete Benachteiligung. Auch die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichte Deutschland zu einem inklusiven Bildungssystem.
Nach Ansicht der Gruppe liegt das Problem nicht in der Idee der Inklusion, sondern in jahrelangen strukturellen Versäumnissen. Viele Schulen seien personell und finanziell nicht ausreichend ausgestattet. Lehrkräfte müssten häufig ohne sonderpädagogische Unterstützung, multiprofessionelle Teams oder ausreichend kleine Klassen arbeiten.
Auch Familien stoßen nach Erfahrungen der Selbsthilfegruppe immer wieder auf große bürokratische Hürden. „Der Zugang zur Eingliederungshilfe muss dringend einfacher werden“, erklärt Steffi Bernsee, Gründerin der Selbsthilfegruppe. „Es kann nicht sein, dass Eltern monatelang um Schulbegleitungen oder Hilfsmittel kämpfen müssen. Und es sollte doch selbstverständlich sein, dass es für alle Kinder ein Hort- und Ferienangebot gibt“ so Bernsee weiter. 
Die Selbsthilfegruppe fordert von der Politik deutlich mehr Investitionen in inklusive Bildung: kleinere Klassen, mehr Fachpersonal, ein eigenes Budget für Inklusion und einen unbürokratischen Zugang zu Unterstützungsleistungen.
„Inklusion ist kein Projekt, das man bei Gegenwind einfach beendet“, betont Leonhardt. „Sie ist ein Menschenrecht – und eine Chance für alle Kinder, Vielfalt als Normalität zu erleben.“